Montag, 18. Juli 2011

Mit Volldampf voraus 18.7.2011

6. Tag

Abfahrt Hamburg 7.44 Uhr, fahrplanmässige Ankunft in Binz 11.28 Uhr, effektive Ankunftszeit 12.11 Uhr. Zwischen Strahlsund und Bergen ist ein Baum auf eine Fahrleitung gestürzt, der musste zuerst gefällt werden. In Binz auf der Insel Rügen angekommen, erwartete uns wunderschönes Sommerwetter. Es hatte zwar Wolken und ordentlich Wind, doch die Sonne wärmte sehr stark.

Vom Bahnhof direkt ins kühle, oh pardon, eiskalte Wasser der Ostsee. Der Strand von Binz ist wunderschön und es hatte auch nicht so viele Leute. Badeferien an der Ostsee ist nur etwas für Hardcorer. Wir haben es gemacht, muss aber nicht öfter sein.

Der eigentliche Grund nach Rügen zu fahren war aber nicht das Baden, sondern der „rasende Roland“. Der rasende Roland ist ein altes Dampfross und fährt im 2 Stundentakt von Göhren nach Lauterbach. Die Schmalspureisenbahn verbindet bereits seit 1895 die Seebäder im Südosten Rügens miteinander. Die Spurbreite der Bahn ist noch enger als unsere aber mit normalspurigen Schienen versehen. Diese Kombination verleiht dem Gleis ein eigentümliches und klobiges Aussehen.
Vor Abfahrt assen wir im Restaurant Rasender Roland noch einen kleinen Imbiss. Heinz ass eine Currywurst und ich eine Frikadelle mit Kartoffelsalat. Das Ambiente entsprach der Einrichtung der 2. Klasse (mit Polsterbänken) und 3. Klasse (Holzklasse) eines alten Eisenbahnwagens.
Mit Schnauben und schwarzem Rauch kamen gleich aus 2 Richtungen Dampfzüge angerollt. Binz ist ein Kreuzungsbahnhof und liegt etwa in der Mitte der ganzen Strecke. Die ganze Fahrt hatten wir zwischen den Waggons auf der Plattform verbracht. Wir liessen uns den Fahrtwind und den schwarzen Rauch um den Kopf wehen (manchmal knistert es ein bisschen zwischen den Zähnen). Der rasende Roland schlängelt sich mit rund 40-50 km/h durch die Naturschutzlandschaft, vorbei an Bauernhöfen und Haltestationen. An Steigungen verlor er rasch an Geschwindigkeit. Am Kulminationspunkt angekommen ging es mit flotter Fahrt weiter. Echte alte Eisenbahn Romantik eben.
Ich kann mir vorstellen, dass es in der damaligen Zeit weniger vergnüglich war zu Reisen. Auf harten Bänken stunden- und tagelang durch die Landschaft zu fahren um sein Reiseziel zu erreichen. Es konnte nicht jeder so Reisen wie es Hercule Poirot und Agatha Christie getan haben.
Leider war das Vergnügen nur kurz, nach einer halben Stunde war die Fahrt vorbei und wir waren in Putbus angekommen.
Von Putbus bis Bergen gibt es keine 1. Klasse, dafür einen Schwaz mit dem Lockführer, ein echter Ossi. Von Bergen ging es in 4 stündiger Fahrt wieder zurück nach Hamburg. So endet unser Ausflug auf die Ostseeinsel Rügen.
Morgen geht’s weiter mit dem Zug bis nach Hirtshals DK.
Gute Nacht und bis bald.







 

Sonntag, 17. Juli 2011

Hamburg für Eilige 17.7.2011

5. Tag
Das Frühstück gabs gleich vor der Zimmertür, also praktisch im Bett. Nachdem wir den weiteren Verlauf der Reise festgelegt hatten musste ich mich an mein Netbook setzten und die Bahn- und Schiffsverbindungen heraussuchen und die 2 nächsten Übernachtungsmöglichkeiten buchen.
Am Nachmittag machten wir eine Rundfahrt durch Hamburg, nach dem Motto Hamburg für Eilige. Am Bahnhof bestiegen wir einen leeren Doppelstockbus, setzten uns im oberen Teil ganz nach vorne mit freier Sicht auf die Strasse. Wir hatten den Bus bis zum 1. Halt (ca. 1h) für uns ganz alleine.
Unsere charmante und äusserst kundige Reiseleiterin erzählte uns viel Wissenswertes über ihre geliebte Stadt (scheint eine waschechte Hanseatin zu sein). Mit ihrer witzigen Art teilte sie uns aber auch viel Pikantes und lustiges über Ihre Stadt mit.
Wusstet ihr zB, dass Hamburg mehr Brücken (rund 3‘000) hat als Amsterdam, London und  ……? (die 3 Stadt habe ich vergessen), zusammen. Zu früherer Zeit gab es mehrere 100 Brauereien in Hamburg. Im 17. Jahrhundert gab es noch keine Kanalisation. Alles Schmutzwasser floss in die Alster , wo auch das Wasser für die Bierbrauerei entnommen wurde. Gebraut wurde immer am Mittwoch, so wurde am Dienstag die Parole herausgegeben: „Morgen Brautag, nicht in die Alster schiiten“. Das Bier im 17. Jahrhundert war, wegen seines würzigen Geschmackes, allseits sehr beliebt.
Pfeffersäcke wurden früher die Kaufleute, die mit Gewürzen zu Reichtum gekommen sind, genannt. Heute ist es ein gängiger Ausdruck für die Reichen dieser Stadt. Von denen gibt es viele bekannte aus Politik und Showbiz in Hamburg. Auch Udo Lindenberg wohnte seit Jahren, bis vor kurzem, im Hotel Atlantic. An der Alster zu wohnen ist teuer, kostet der Quadratmeter locker zwischen 5‘000 und 15‘000 Euro. Eine nur 100qm Wohnung wird es ja doch nicht sein. Es sollte auch Platz für die Haustiere der VIP’s sein. Für den Jaguar die Garage, den Nerz, die Kroko-Tasche und den Fuchs den begehbaren Kleiderschrank.
Die Zürcher Bahnhofstrasse von Hamburg ist der Jungfernstieg, teuer, teurer am teuersten. Einkaufen bis die Karte brennt, nach dem Motto „chic, Check, Schock (schicke Kleider, mit Check bezahlen, einen geschockten Ehemann wenn die Rechnung kommt).
Hamburg ist sehr grün, es gibt 4,7 Bäume auf einen Einwohner.
Einer der berüchtigsten Einwohner von Hamburg war der Pirat Klaas Störtebeker. Er wurde 1401 geköpfte. Seine Mitpiraten wurden nebeneinander aufgereiht und es sollten so viele vor dem Henker verschont bleiben, wie Störtebeker nach dem Köpfen ohne Kopf noch gehen konnte. Er schaffte 11 Stück. Gemäss Überlieferung sind die Nachkommen dieser 11 überlebenden Piraten heute alle im Finanzamt tätig.
Der heiligste Teil von Hamburg ist St. Pauli. Dorthin wurden alle Randständigen, ärmere Bevölkerung, Prostituierten ausgesiedelt. Die berühmteste Strasse in St. Pauli ist die Reeperbahn, mit der grossen Freiheit (Hans Albers) und der bekanntesten Polizeiwache von Deutschland, die Davidswache. Die Reeperbahn ist die sündigste Meile von Hamburg. Hier wurden die Beatles berühmt und ein Hamburger Friseur verpasste ihnen die legendäre Pilzfrisur (Pilzköpfe). Die zahlreichen Strassenarbeiterinnen (auch Bordsteinschwalben genannt) gehen auch hier langsam, um schnell ans Ziel zu kommen.
Die Speicherstadt hat heute nicht mehr die Bedeutung wie einst. Heute werden in den Gebäuden fast nur noch Orientteppich gelagert und umgeschlagen (Werte von rund 1 Milliarde). Viele der Gebäude werden jetzt anderweitig genutzt. Es haben zahlreiche Museen ihre Heimat dort gefunden. Auch die Weltgrösste Modelleisenbahn-Anlage ist dort beheimatet (habe gestern darüber geschrieben).
Im 17. Jahrhundert war der Walfang sehr populär und Walfischfett gab es in grossen Mengen. So wurden zur Beleuchtung der Stadt überall Tranlampen aufgestellt und betrieben. Der Bahnhof von Hamburg wurde 1906 fertiggestellt und feierlich dem öffentlichen Verkehr übergeben.
Nach der Stadtführung sind wir mit dem ÖV quer durch Hamburg gefahren. Haltestelle Reeperbahn ausgestiegen und über dieselbe geschlendert. Am Spielbudenplatz 3, in St. Pauli, besuchten wir das Panoptikum (Wachsfigurenkabinett), klein aber fein. Nebst lokalen Persönlichkeiten (Hans Albers, Heinz Rühmann, Peter Alexander, Freddy Quinn) gab‘s auch geschichtsträchtige Figuren aus Politik (Merkel, Obama, Hitler, die Geschwister Scholl, Lenin, Stahlin, Heinrich VIII, der alte Fritz, Churchill etc.) sowie einige Prominenz aus Sport und Showbiz (Michael Schumacher, Max Schmeling, Herbert Grönemeier, Inge Meisel, die Beatles, Michael Jackson, Madonna, Göthe, Schiller, Wagner, Einstein und einige mehr). Als Maskenbildnerin interessiert mich die Machart und die Kleidung besonders.
Viel sehen und viel Schreiben macht Hunger.
Bis bald. Morgen ist ein Ausflug nach Rügen geplant.
Es grüsst
Anna-Maria und ihre bessere Hälfte





Züge bis die Signale rauchen 16.7.2011

4. Tag

Zuerst rauchte gar nichts. Um 10.10 Uhr sollte die blaugelbe Metronom von Cuxhaven nach Hamburg fahren. Ja sollte: Streik, Streik, Streik. Wir haben es ja nicht eilig, mussten keinen Anschluss erreichen, denn Hamburg war unser Tagesziel. Als Zugersatz fuhr ein Expressbus bis nach Stade, wo wir die S-Bahn nach Hamburg. Die Fahrt von Cuxhaven war recht kurzweilig, entpuppte sich doch unser Buschauffeur als kleiner Reiseführer (ob das wohl gestattet wäre?). 

Mit rund 2 stündiger Verspätung trafen wir in Hamburg ein. Unser Hotel hatte die perfekte Lage, zum Hamburger Bahnhof hinaus über die Strasse auf der anderen Seite in unser Hotel hinein. Hotel Phönix an der Kirchenalle, im 2. Stock ohne Lift und viel Gepäck. Doch es ist gemütlich und gleich nebenan gibt es ein gutes und preiswertes Chinesenrestaurant.

Unser eigentliches Ziel lag in der Speicherstadt. Die grösste Modelleisenbahn-Anlage der Welt mussten wir gesehen haben. In einem schönen alten Backsteingebäude (bevorzugte Bauweise im älteren Hamburg) befindet sich laut Guinessbuch der Welt, die grösste zusammenhängende Modelleisenbahnanlage der Welt. Es stimmt. Die Anlage ist so gross, man weiss gar nicht wo man anfangen soll zu schauen. 

Vorab einige technische Eckdaten um die Dimensionen zu verstehen. Die Anlage umfasst eine Ausstellungsfläche von über 4‘000 m2 und die 820 Züge werden von 40 Computern gesteuert. Alle 15 Minuten wird es Nacht und die wird von 300‘000 Lichtern erleuchtet. Es gibt fahrende Autos und fliegende Flugzeuge. Die Anlage wird von 200‘000 Figürchen bevölkert. Das ganze wurde in über 500‘000 Arbeitsstunden aufgebaut.

Im Skandinavienabschnitt gibt es 30'000 l echtes Wasser. Es fahren Schiffe duch eine zauberhafte Eislandschaft mit vielen kleinen Details.

Die Anlage ist einzelne Abschnitte aufgeteilt: Mitteldeutschland, Österreich, Skandinavien, USA, Hamburg, die Schweiz mit den Alpen und als neueste Attraktion der Flughafen Knuffingen (wurde demjenigen von Hamburg nachempfunden).

Nebst den unterschiedlichen, den jeweiligen Regionen entsprechenden Zugskompositionen wird die Landschaft mit vielen und ich sage wirklich vielen Szenen aus dem täglichen Leben nachgestellt. Es gibt Nacktwanderer in den österreichischen Alp (dem amerikanischen Nacktfotokünstler nachempfunden , Expo 02), erotische Szenen in Wald und Flur, Streitereien, Unfälle, Todesfälle im Fluss, hektische Szenen auf Bahnhöfen, gemütliche Ferienidylle, Feld-, Bau- und sonstige Arbeiten. Es ist unendlich, die Züge sind mit Menschen besetzt, ebenso die Busse und Autos. Feuerwehr und Polizei blinken heftig.
Es nimmt kein Ende. Wir haben über 5 Stunden in diesem Wunderland verbracht, inklusiv einer Führung hinter die Kulissen.

Am meisten Zeit haben wir in der Schweiz verbracht. Die Ausstellung erstreckt sich über 250 m2, es hat rund 3‘000m Geleise. Darauf fahren 180 Züge mit 3‘500 Waggons. 300 Signale und 600 Weichen werden von 7 Computern gesteuert. In 150‘000 Arbeitsstunden wurden 45‘000 Lichter , 700 Häuser und Brücken, 50‘000 Figürchen, 1‘000 Autos und 50‘000 Bäume verbaut. Eine der grössten Massenszenen ist das DJ Bobo Konzert mit ca. 21‘000 Figuren.

Diese Ausstellung ist der helle Wahnsinn. Und die bauen weiter. Als nächstes ist Italien geplant. www.miniatur-wunderland.de













Freitag, 15. Juli 2011

Wattfahrt nach Neuwerk 15.7.2011

3. Tag
Ohhh…., das Meer ist weg. 07.45 Uhr treffen Heinz und ich in Sahlengrund zur Wattwagenfahrt ein. Also ist es gut, dass das Meer nicht mehr da ist, denn wir wollen ja zur Naturschutzinsel Neuwerk (gehört zur Stadt Hamburg) nicht schwimmen, sondern mit dem Wattenwagen, ein hochrädriges Gefährt mit Zweiergespann auf die Insel fahren. Es regnet nicht, zaghaft versucht sich sogar die Sonne durchzusetzen. Die kühle Witterung wäre nicht so schlimm, denn wir sind gut angezogen und erhalten auch noch eine Decke für die Knie. Was zusetzt, ist der beissende Wind der herrscht, der kühlt dir den ganzen Kopf.
Dafür kriegen wir ein einmaliges Erlebnis geboten, eine richtig coole Fahrt (kannst du auch wörtlich nehmen). Wo in 6 Stunden wieder eine Wassertiefe von 2.80m herrscht, fahren wir mit den hochrädrigen Wagen über den Meeresgrund, das Wattenmeer. Das Wasser ist immer noch „ablandig“, also es läuft immer noch vom Land weg. Die Fahrt dauerte rund 1h über das Watt, quer durch Wasserläufe (sog. Prielen) und kleine Seen. Im Wattenmeer kann die Natur die Landschaft noch frei Formen. Auch kreuzen wir die Wassersports-Bootsverbindung zwischen Weeser und Elbe. Der Verlauf ist mit langen Pfählen mit Reisigbüscheln, die bei Hochwasser wie Reisigbesen auf der Wasseroberfläche stehen.
Schön länger unterwegs sind die Wattwanderer. Die meisten barfuss und hochgekrempelten Hosenbeinen. Jacken und Kapuzen hoch geschlossen. Die Strecke ist 10km lang. Zu Fuss braucht man 2,5 – 3h, mit dem Wattwagen ca. 1h, und wenn man mit dem Schiff von Cuxhaven nach Neuwerk  (30km) fährt, ist man1,5 - 2h unterwegs. Die Tide (Ebbe und Flut) wechselt alle 6h12min. Das heisst zweimal am Tag legen die Kräfte der Gezeiten den Meeresboden auf einer breite von bis zu 20km frei, mit der Flut verschlingt der „Blanke Hans“ wie die Küstenbewohner die Nordsee nennen, die amphibische Landschaft wieder, um sie nach rund 6h wieder freizugeben. Das Wattenmeer ist somit in der Regel zweimal pro Tag befahrbar. Diese Fahrzeiten ändern sich aber täglich, da sich die Tide pro Tag um 48min verschiebt.
Begrüsst werden wir auf der Insel mit einem freundlichen Moin, Moin.
Die Insel ist 3 Quadratkilometer gross, hat zurzeit 36 Einwohner, 2 Schüler und einen Lehrer (also die kleinste Schule in Deutschland). Es gibt einen 45m hohen Leuchtturm mit einer 138-stufigen Treppe. Die Einwohner leben vom Tourismus und der Landwirtschaft.
Neuwerk ist eine Vogelschutzinsel. Im Frühling rasten hier rund 6‘000 Ringel- und Nonnengänse um sich im Wattenmeer für den Weiterflug vollzufressen. Um Neuwerk sind zahlreiche Seehunde zu Hause. Wenn man Glück hat, hatten wir nicht, kann man manchmal auch Schweinswale sehen, eine vom Aussterben bedrohte Walart. Im 16. Jahrhundert wurde in mühevoller Handarbeit der Ringdeich Neuwerks errichtet. Von 1300 bis 1310 errichteten die Hamburger einen mächtigen Wehrtum, gebaut im Stil eines normannischen Turmhauses auf der Insel, also eine vorgeschobenen Bastion der Stadt Hamburg. 1644 wurde die gefährliche Elbeinfahrt chiffe sich auf Neuwerk durch ein offenes Kohlenfeuer für die Schiffe sicherer gemacht. Seit 1814 trägt der mächtige Turm eine Leuchtfeuer für die Elbschiffe.
Das Wattenmeer erstreckt sich von der dänischen Nordseeküste bei Blavand bis zur niederländischen Stadt Den Helder, über 450 km, eine weltweit einzigartige Naturlandschaft.
Zwar nicht John Meynard und auch kein Brand an Board hatte unser Kapitän zu meistern, doch eine stürmische, aufgewühlte See erwartete uns auf der Überfahrt nach Cuxhaven. Auch ohne Alkohol schwankte das Schiff recht stark. Ein richtiges Seefahrerfeeling. Mit einer Erbsensuppe mit Bockwurst „Wiener“ stärkten wir uns während der Überfahrt. Nahrhaft und sehr gut.
Zurück in Cuxhaven ist es sau kalt, 15°, regnerisch und windig. 











Cuxhaven total 14.7.2011

2. Tag
Grau, grau blüht der zwar Enzian nicht, doch dafür der Himmel über Cuxhaven, versetzt mit vielen, vielen grossen Wassertropfen (Petrus hat den grössten Eimer genommen, den er gefunden hat). Deshalb haben wir die geplante Fahrt mit dem Schiff nach Neuwerk und mit dem Wattwagen zurück auf morgen verschoben. Stattdessen haben wir eine Cuxhavener Stadtrundfahrt mit einem roten Doppeldeckerbus gemacht. Es war sehr interessant etwas über die einzelnen Stadtvierteln (Lotsenviertel) und die angebauten Dörfer zu erfahren. Zum Beispiel, dass Joachim Ringelnatz (Dichter) aus Cuxhaven kam und ein Cuxhavener quasi die Kreuzfahrt erfunden hat. Ferner werden sämtliche BMW und Merz für England hier verschifft.
Hier am neuen Hafen werden auch die grossen Dreibein-Verankerungen und Röhren für die Nordsee Off Shore Windanlagen gemacht. Das sind riesige Dinger, die dann in 40m Tiefe in den Boden gerammt werden. Die grösste Windstromproduktionsanlage auf dem Land ist ca. 150m hoch und die im Meer rund 70m. Also Tonnagen Stahl die da verarbeitet werden.
Nach der Rundfahrt durch Cuxhaven buchten wir einen Ausflug zu den Robbenbänken mit grosser Hafenrundfahrt. Wir haben tatsächlich Robben gesehen, die sich in der nicht vorhandenen Sonne gesonnt haben. Da wurden wir auch vom Schiffspersonal mit „kulinarischen Köstlichkeiten“ verwöhnt. Heinz gönnte sich eine Currywurst und ich führte mir „genüsslich“ eine Fischfrikadelle zu Gemüte.
Zurück vom Robbenfang wollte ich unbedingt meinen ersten Blogg ins Netz stellen. Also auf zum Internetcafe Planet beim Bahnhof. Mein erster Versuch. Mit Hilfe des Personals ist es mir gelungen, den vorbereiteten Text ins Netz zu stellen. Vielleicht haben es einige von Euch schon gelesen.
Da in Cuxhaven abends nichts los ist, machten wir es uns in unserem Hotel gemütlich und assen eine Fischplatte mit 3 Sorten Fisch (Matjes: roher Fisch) und Krabben (eigentlich kleine Garnelen, sah aus wie kleine Raupen, schmeckte aber fast wie Fleisch) sowie ein schönes Glas Wein (2,5dl). Als Abschluss gönnte ich mir einen Kaffee und Heinz einen „Reusenschluck“ oder offiziell auf der Karte einen „Kanalnebel“ (ein Anisgetränk eisgekühlt) .
So, Feierabend wir sind müde. Melden uns morgen wieder.
Anna-Maria und Heinz


Donnerstag, 14. Juli 2011

Dem Rhein entlang 13.7.2011

1. Tag
Um 06.13 Uhr sind wir in Siselen in den Seelandexpress gestiegen, der uns nach Biel brachte.
Von Biel gings mit dem ICN nach Basel, wo wir den ICE der Deutschen Bundesbahn bis nach Mannheim nahmen (ca. 2h Fahrzeit). Von Mannheim brachte und der IC nach Mainz, wo es dann über Bingen, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen, Bochum, Dortmund, Münster, Osnabrück nach Bremen.
Die Strecke von Mainz führt dem malerischen Rhein entlang, an Burgen und Schlössern, an Windrädern und Atomkraftwerken und der sagenumwobenen Lorelei (zwischen Bingen und Koblenz) entlang. Die Lorelei, ein hoher Felsen der für die Rheinschifffahrt in früheren Jahren eine gefährliche Strecke war, da der Felsen knieartig in den Rhein hinein ragt und gefährliche Untiefen hatte.
Die Mär der Lorelei wird auch in einem Lied besungen (Ich weiss nicht was soll es bedeuten, Loreley, Melodie von Silcher, nach einem Gedicht von Heinrich Heine).
Genug der Mär, wir haben den Bahnhof Bonn hinter uns gelassen (übrigens ein lausiger Bahnhof für die ehemalige Bundeshauptstatt) und fahren weg vom Rhein gegen Köln zu.
Der Service in der 1. Klasse der Deutschen Bundesbahnen ist erstklassig. Sehr höfliches Bahnpersonal fragt nach unseren Wünschen und serviert und gleich am Platz Getränke und Snacks. Im ICE wurden wir sogar mit Gummibärli verwöhnt.
Hunger: Von Köln nach Dortmund liessen wir uns im Speisewagen verwöhnen, Königsberger Klopse (Kalbfleisch Klösse mit Reise) an Kapernsauce, zum Dessert Kuchen und Kaffe. Jetzt sind wir so vollgegessen, dass ein Verdauungsschlaf angesagt ist. Zeit bis zum Umsteigen in Bremen ca. 1,5 Stunden. Ich nutze die Zeit um zu Schreiben und Musik zu hören. Heinz schläft, da es nichts interessantes zu sehen gibt.
Das Umsteigen in Bremen klappte nicht mehr, der Zug hatte Verspätung und so lief es beim Umsteigen in Bremerhaven wie beim Seelandexpress, wenn du spät von Solothurn kommst, auch diese Privatschüssel wartete keine 3 Minuten und die Wartezeit sprang schwup-die-Wupp auf 1 Stunde. Also haben wir viel Zeit. Heinz machte seine obligate Bahnhofsbesichtigung an einem Bahnhof der nicht grösser ist als der von Täuffelen (Dauer 3 Minuten) und ich nehme mein Netbook zur Hand und schreibe weiter. Es ist zwar viel los auf diesem Bahnhof, Güterzüge rasen durch, einzelne Locks fahren durch, doch kein Personenzug der die Güte hätte uns mitzunehmen, so wie im Lied „vo de Bahnhöf“ von Mani Matter , wo dr Zug geng scho abgfahre isch oder no nid isch cho“ also ungefähr so.
Jetzt sind wir im Land der Windräder (die Grünen lassen grüssen). Schönheiten sind sie nicht, doch produzieren sie jede Menge sauberen Strom. Du siehst sie in Ansammlungen von vielleicht einem Duzend, grosse und etwas kleinere gemischt, eben wie Windparks.
Eine andere Besonderheit (Heinzes Herz hat gerade schneller geschlagen) sind die Signale und Weichenstellungen hier oben. Die Signale sind wie bei einer alten Spielzeugeisenbahn, du ziehst am Kabel und der Signalzeiger schnellt nach oben, genauso werden die Weichen mit Kabelzug gestellt. Es muss noch gesagt sein, dass die Züge die hier verkehren von Diesellocks gezogen werden.
Endlich in Cuxhaven angekommen (Siselen ab 06.13, Cuxhaven an 19.28), schafften wir es gerade noch ein Taxi zu besteigen, bevor uns der Platzregen völlig durchnässte. Beim Hotel angekommen (ca. 2 Minuten später) regnete es schon fast nicht mehr.
Unser Hotel ist gemütlich und einfach ganz in der Nähe des Hafens.
Am Abend ist in Cuxhaven fast nichts los.            


Dienstag, 12. Juli 2011

Startklar

Hallo Ihr da draussen, jetzt gehts los. Genau morgen 06.13 Uhr besteigen wir in Siselen den Seelandexpress und lassen uns nach Biel bringen. Von da aus geht es dann in die grosse weite Welt.
Erstes Ziel Cuxhaven. Vorgesehene Reisezeit gute 12 Stunden.

Wünsche Euch allen die noch arbeiten müssen  einen schönen Tag und die anderen die auch in den Ferien sind eine schöne Zeit.

Also bis bald. Der nächste Blog wird unser erster Reisebericht sein.

Anna-Maria Nufer